Rad der Zeit
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Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Regionales

Kunsthandwerk - Handwerkskunst

Die Bauch-OP habe ich gut überstanden und war schon drei Tage später wieder zu Hause. Da ist es eben doch am schönsten und man erholt sich zusehens. Nun soll ich mich schonen, versuche es auch ernsthaft, finde mich aber doch hin und wieder kochend in der Küche, unkrautzupfend im Garten oder mit dem Auto auf dem Weg zum Einkaufen wieder. Zudem ist Clemens krank und wenn ich mal Zeit habe, werfe ich schmachtend einen Blick in die Werkstatt und klopfe mir auf die Finger, um der Versuchung noch ein wenig zu widerstehen.

Nun bekam ich eine Einladung fürs übernächste Wochenende zu einer kleinen Feier. Zu kurzfristig, um noch selbst ein passendes Geschenk zu zaubern. Dabei mache ich Geschenke am liebsten selbst. Meine Wahl fiel deshalb auf die zweite Variante: etwas zu schenken, dass ein Anderer mit viel Liebe von Hand gemacht hat.



Also machte ich mich auf den Weg zur Lieblingstöpferei und wurde auch prompt fündig. Hach, im Grunde könnte ich sie leerkaufen und hätte für alles natürlich auch Verwendung im eigenen Haushalt.



Das Besondere an dieser Art von Keramik ist - so ließ ich mir erklären - dass der Brennofen mit Holz befeuert wird, sich die Flugasche beim Brennvorgang auf die Keramik setzt und auf diese Art mit eingebrannt wird. Das ergibt eine besonders lebendige Optik und man kann vorher nie sagen, wie das fertige Stück am Ende aussieht.



Ich bin jedenfalls begeistert. Und am schönsten sind nach meiner Erfahrung sowieso immer die Geschenke, die man am liebsten selbst behalten würde, weil sie einem so gut gefallen.

Der Ausflug war dann doch etwas anstrengend. Deshalb lege ich jetzt die Füße hoch und beschäftige die Finger mit Nadel und Faden, denn das hat mir keiner verboten.

Carola 08.04.2010, 19.11 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Sommernachlese II

Weil es draußen gerade stürmt und regnet, schwelge ich noch ein bißchen in Erinnerungen an sonnige, heiße Tage. Die kann man bei uns in der Region am besten am Edersee verbringen, dem flächenmäßig zweitgrößten Stausee des Landes.

Man kann ihn von oben betrachten. Dazu fährt man am besten mit der Seilbahn oder erklimmt das Schloss Waldeck (ich bevorzuge ja die Bezeichnung Burg, denn es ist eine wunderschöne ihrer Art) zu Fuß. Der Ausblick ist einfach grandios



Man kann vom Burghof aus schauen oder sich ins Restaurant setzen und den Ausblick genießen.



Seit 2005 existiert der Urwaldsteig Edersee ("UE"), der als Wanderweg auf etwa 68 km Länge rund um den Edersee führt, wobei er durch die Trockeneichenwälder am nördlichen Ufer und durch den südlich des Stausees gelegenen Nationalpark Kellerwald-Edersee verläuft.



Direkt am Edersee kann man Boote leihen und das Schloss Waldeck auch mal vom Wasser aus betrachten. Überall rund um den See gibt es Ausflugsziele, die bei Jung und Alt gleichermaßen beliebt sind. Direkt in Waldeck an der Uferpromenade findet sich die "Welt der Sinne", eines Paradies für kleine Entdecker ...



Objekte verschiedener Art laden zum Ausprobieren ein und schärfen die Sinne ...



... machen Musik ...



... oder einfach nur Spaß.



Ich persönlich bin immer wieder fasziniert vom "Summloch". Man steckt seinen Kopf hinein und summt in verschiedenen Tonlagen. Trifft man "seinen" persönlichen Ton, kribbelt es bis in die Zehenspitzen.



Und ist die Hitze gar zu groß, gönnt man sich ein Eis und verbringt seine Zeit am, im oder auf dem Wasser.

Hach ja, schön war's ....


Carola 16.10.2009, 14.47 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Rückblick / Rundumblick

Beim Durchschauen der im Sommer entstandenen Fotos stellte ich wieder einmal fest: Wir wohnen ganz schön schön.

Ich bin in einer großen Stadt aufgewachsen. Nun wohne ich am Rande einer kleinen Stadt und möchte nie wieder tauschen. Bad Wildungen ist Heilbäderzentrum, Staatsbad, hat mit einer Fläche von 50 Hektar den größten Kurpark Europas. Es ist die Region Deutschlands mit den meisten Heilquellen auf engem Gebiet.

Jede Menge kultureller Veranstaltungen lassen keine Langeweile für Einwohner und Kurgäste aufkommen. Es finden Kammerkonzerte auf Schloss Friedrichstein, Kirchenkonzerte der Bad Wildunger Kirchengemeinden und Chorkonzerte der Wildunger Musik-Werkstatt statt,  außerdem Klassik-, Jazz-, Samba- und Folkkonzerte bzw. Festivals. Schloss Friedrichstein ist auch Schauplatz des Internationalen Festivals für Folk- und Weltmusik „Folk im Schloss“  sowie der Kult-Veranstaltung „Rock im Schloss“. Im weiteren Umkreis haben einige Märchen der Gebrüder Grimm ihren Ursprung und das „Lebendige Museum“ im Stadtteil Odershausen bietet Ausstellungen und Aktionstage zu Landwirtschaft und Handwerk in alter Zeit. Tradition wird großgeschrieben und gepflegt.

Apropos Schloss Friedrichstein ... abends wird es angestrahlt und leuchtet in unserem Schlafzimmerfenster wie ein Bild an der Wand. Früh hüllt es sich gern in geheimnisvollen Nebel ...



Ist man oben auf der Schlossterasse, hat man einen grandiosen Blick über die Altstadt und das ganze Umland.



Schaut man in die andere Richtung, könnte man uns auf die Teller gucken.



Vor allem Clemens zieht es immer wieder ins Schloss. Ritterrüstungen und Schatztruhen im Keller, interessante Ausstellungsstücke aus alter Zeit und die Glocke vom Turm unterm Dach faszinieren ihn immer wieder aufs Neue.



Im Schlosshof lässt es sich prima rennen und auch fürs leibliche Wohl ist gesorgt. Man kann drinnen gemütlich Kaffee trinken oder sich auf der Schlossterrasse die Sonne auf den Pelz brennen lassen, während man den Rundumblick genießt.



Das Schloss war erst eine gotische Burg, dann Barockschloss, später Jugendherberge und Hotel. Heute ist es Museum und Restaurant, gehört dem Land Hessen und ist eine Außenstelle des Hessischen Landesmuseums Kassel.



Seit 2006 führt der Skulpturenwanderweg "Paradiesische Begleiter" rund um das Schloss. Interessante und amüsante Merkwürdigkeiten gibt es da zu entdecken.



Einen Besuch ist Bad Wildungen in jedem Fall wert. Es gibt eine Menge zu sehen, zu erleben und wer einmal da war, kommt gern wieder.



Überhaupt ist die Region um den Edersee ein Urlaubsparadies. Beim Durchsehen der Bilder habe ich noch einige Schätzchen aus unserer schönen Gegend gefunden, die es noch wert sind, gezeigt zu werden ...

Carola 12.10.2009, 20.33 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Badetag

Seit Clemens geboren wurde, ist die Zeit, die ich für Isabelle - und zwar nur für Isabelle - habe, knapp bemessen. Nun, da der junge Mann sich mit seinesgleichen, sowie wahlweise mit Schippe und Eimer oder Knete amüsiert, gibt es ein wenig freie Zeit.

Zweimal pro Woche geht Clemens vormittags für 3 Stunden zur Tagesmutter und seinen Kumpels. Und einmal - nämlich dienstags - geht er nachmittags hin. Dieser Nachmittag wurde nunmehr ausschließlich für die junge Dame des Hauses reserviert und zum Badetag ausgerufen.

Gestern waren wir zum ersten Mal HIER. Wunderbar warmes Wasser, in der HALLE und im AUSSENBECKEN. Geöffnet jeden Tag von früh bis abends. Und schwimmen kann man! Das ist nicht selbstverständlich, denn ich kann es nicht ausstehen, ständig anderer Leute Füße im Gesicht zu haben. Aber in diesem Bad ziehen maximal 3 - 4 Omas ihre Bahnen und 2 - 3 Familien planschen in verschiedenen Becken. Optimal zum Schwimmenüben für Isabelle und eine Wohltat für Mutters Knochen.

Schön war's. Und damit ist nun also dienstags Badetag. Nur nebenbei sei erwähnt, daß sich in der unteren Etage eine kleine Einkaufspassage samt Bäckerei und Eiscafé befindet.


Carola 22.08.2007, 09.17 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Kleine Helfer

Jeden Abend, wenn die Dämmerung etwas fortgeschritten ist, gehe ich auf die Terrasse und warte auf meine kleine Putzkolonne. Es dauert nicht lange und ganz viele kleine Flattermänner schwirren durch die Luft. Fledermäuse. Die haben in diesem Jahr jede Menge zu tun und tragen ihren Teil dazu bei, die Insektenschwärme in Schach zu halten. Lustig ist's, die fliegen ihre Runden wirklich nur innerhalb der Bäume, die unseren Garten begrenzen.

Was mir allerdings Sorgen macht (mal abgesehen von unzähligen Raupen und Blattläusen - die Schnecken halten sich diesmal in Grenzen), ist eine regelrechte Maikäfer-Plage. Schon im letzten Jahr gab es viel zu viele, aber was in diesem Jahr abgeht, läßt Schlimmes erahnen. Anscheinend bevorzugen sie bestimmte Bäume. Kaum daß unsere Eiche ausgetrieben hat, wird sie schon von Hunderten Maikäfern belagert. *Grrrr*

Hat vielleicht jemand einen Tipp, wie man dieser Plage Herr werden kann? Wahrscheinlich gar nicht, ohne die Tierchen ins Jenseits zu befördern - eine Vorstellung, die mir wieder gar nicht gefällt.





Carola 02.05.2007, 07.30 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Traumsonntag

Unliebsame Zeitgenossen straft man am besten mit Ignoranz. Gleiches praktiziere ich mit aufdringlichen Viren und Bakterien. Solange ich meinen Kopf noch nicht unter dem Arm trage, überwinde ich derlei missliche Erkältungszustände, indem ich sie einfach nicht zur Kenntnis nehme.

Also haben wir uns gestern aufgerafft und sind dem Ruf des Traumwetters folgend und den Kindern zuliebe in den Wildpark an den Edersee gefahren.



Die Landschaft hat ja schon irgendwie etwas von Schottland. So ein bißchen jedenfalls. Der Wildpark wurde von den "Highlandern" Nordhessens förmlich überrannt (die andere Hälfte der Einwohner tummelte sich lt. Radiobericht wohl bei der Frühjahrsausstellung in Kassel). Aber es war trotzdem sehr schön. Überall war tierischer Nachwuchs zu sehen.



Gestreifter ...



... und uni-farbener (*ggg* - da spricht der Stoff-Hamster!).



Für Kinderspaß war überall im Wald gesorgt.
Und wenn wir es mit unseren Halsschmerzen und Schniefnasen so machen wie die Schweinchen:



... suchen sich die Bakterien bestimmt bald lohnendere Opfer.


Carola 12.03.2007, 11.30 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Documenta XII

Am 16.06.07 öffnet die Documenta XII in Kassel ihre Tore. Die Vorbereitungen sind in vollem Gange und wir freuen uns schon sehr darauf.

Gespannt sein darf man sicher, welche Künstler diesmal ins Fettnäpfchen der Bevölkerung treten. Bei der Dokumenta X konnte man z.B. verrostete Gleise am Bahnhof in vollem Unkrautschmuck bewundern - nicht als Schlamperei der Bahn, sondern als Werk des Österreichers Lois Weinberger namens "spontaneous vegetations. Er ließ Asphalt aufreißen und bepflanzte es mit Unkraut (hier zu sehen). Und so gar nicht lustig fanden wohl die Bewohner von Kassel die aufgestellten Automaten, aus denen sich jeder kleine Tütchen mit Unkrautsamen ziehen konnte. Was damit passierte, muss man sicher nicht extra erwähnen.

Ganz schön gewagt. Dabei ist der Gedanke dieser Aktion gar nicht so abwegig. Warum ist Unkraut Unkraut? Und wer kann sich anmaßen, es als solches einzuordnen? Es wächst unerwünschterweise überall dort, wo der Mensch die Natur in die Knie gezwungen hat. Man könnte ja auch auf die Idee kommen, ganz kühn eine Parallele von der Pflanzen- zur Menschenwelt zu ziehen. Was wären dann demzufolge Afrikaner, die in Europa leben? Also nur mal als Beispiel. Und als Gedanke, den weiterzudenken es sich lohnen würde, bevor man urteilt oder verurteilt.

Wir werden auf jeden Fall öfter nach Kassel fahren. Schon jetzt sind alle Hotels für die Zeit der Documenta ausgebucht. Ich kann mir gut vorstellen, daß es viele Leute gibt, die einen Teil ihres Urlaubs darauf verwenden, sich von 100 Künstlern inspirieren, erfreuen, schockieren, erstaunen und zum Nachdenken anregen zu lassen. Es wird sicher spannend.

Und wer mehr Informationen über die Documenta XII sucht, wird hier fündig.


Carola 26.02.2007, 10.09 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Harmonie

Jeden Morgen aufs Neue, wenn ich mit Clemens und den Hunden unterwegs bin, bin ich froh und dankbar, nicht mehr in der Stadt leben zu müssen.





Ich genieße die Natur, den Wind um die Nase und freue mich über eine Besonderheit, die ich vorher so nie erlebt habe: Jeder, dem ich auf meinem Weg begegne, hat ein Lächeln und ein freundliches "Guten Morgen" übrig, egal, ob wir uns kennen oder nicht.
 
Immer wieder, wenn der Tag so schön anfängt, fällt mir eine sehr bewegende Rede ein, die gerahmt an der Wand meines Arbeitszimmers hängt. Es ist die Rede des Indianerhäuptlings Seattle, die dieser 1955 an Präsident Franklin Pearce gehalten hat, als der vorschlug, Land von den Stämmen zu kaufen:

Wie könnt ihr den Himmel kaufen oder verkaufen? Die Wärme des Landes? Diese Idee ist uns fremd. Wir besitzen die Frische der Luft und das Funkeln des Wassers nicht. Wie könnt ihr sie von uns kaufen?

Jeder Teil dieser Erde ist meinem Volk heilig: jede glänzende Fichtennadel, jedes sandige Ufer, jeder Dunst in den dunklen Wäldern, jede Lichtung und jedes summende Insekt ist heilig in der Erinnerung und Erfahrung meines Volkes.

Wir wissen, daß der weiße Mann unsere Wege nicht versteht. Ein Teil des Landes ist für ihn wie der andere, denn er ist ein Fremder, der in der Nacht kommt und vom Land nimmt, was auch immer er braucht. Die Erde ist nicht sein Bruder sondern sein Feind, und wenn er sie erobert hat, zieht er weiter ...
Seine Gier wird die Erde verschlingen und nur Wüste zurücklassen. Der Anblick eurer Städt tut den Augen weh ...
Es gibt keinen ruhigen Ort in den Städten des weißen Mannes. Keinen Platz, um das Wogen des Frühlings zu hören oder das Rascheln von Insektenflügeln ...

Und was ist das Leben, wenn man nicht den lieblichen Schrei der Nachtigall hören kann oder den Streit der Frösche um einen Teich in der Nacht?
Der Indianer zieht den weichen Klang des Windes vor, der über das Antlitz des Teiches streicht, und den Geruch des Windes selbst, gereinigt von einem Mittagsregen, oder nach der Pinienkiefer duftend. Die Luft ist dem roten Mann wertvoll, denn alle Dinge teilen denselben Atem, die Tiere, die Bäume, die Menschen.
Der weiße Mann scheint die Luft, die er atmet, nicht zu bemerken. Wie ein Mann, der viele Tage lang stirbt, ist er taub für den Geruch seines eigenen Gestankes ...

Ich habe Tausende verrottende Büffel auf den Prärien gesehen, die sie dort liegenließen, nachdem sie sie aus dem fahrenden Zug geschossen haben. Ich bin ein Wilder und verstehe nicht, wie das rauchende Eisenpferd wichtiger sein kann als der Büffel, den wir töten um zu leben.

Was ist der Mensch ohne die Tiere? Wenn alle Tiere verschwunden wären, würden die Menschen an großer Einsamkeit des Geistes sterben, denn was auch immer den Tieren geschieht, geschieht auch dem Menschen. Alle Dinge sind miteinander verbunden ...

Eine Sache wissen wir, die der weiße Mann eines Tages entdecken mag. Unser Gott ist derselbe Gott ...
Diese Erde ist wertvoll für ihn, und der Erde zu schaden, heißt Verachtung auf ihren Schöpfer zu laden ...

Wenn der letzte rote Mann von der Erde verschwunden ist und die Erinnerung nur der Schatten einer Wolke ist, die über die Prärie zieht,
werden an diesen Ufern und in diesen Wäldern immer noch die Geister meines Volkes wohnen. Denn sie lieben die Erde wie das Neugeborene den Herzschlag seiner Mutter liebt.





In diesem Sinne wünsche ich Euch heute einen Tag voller Freundlichkeit und Dankbarkeit.


Carola 01.02.2007, 10.35 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Rad der Zeit
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